Tage der Genforschung

Journée de la recherche en génétique

Der 28. April 2000 - FACTS

27.04.2000

Moment mal

Der Tag der Genforschung soll am 28. April die Schweizer zum zweiten Mal vom Nutzen der Technologie überzeugen. Sandro Rusconi, Professor an der Uni Freiburg, koordiniert die Wissenschafts-Show.

Facts: Herr Rusconi, wie wollen Sie die Brücke schlagen zwischen der Akademie und den Menschen auf der Strasse?

Sandro Rusconi: Statt die Leute mit Vorträgen zu beschäftigen, werden wir auf dem Berner Waisenhausplatz ein Gen-Dorf aufbauen, in dem wir Aspekte des täglichen Lebens zeigen. Dort gibt es ein Restaurant mit Gen-Food und ein Spital, in dem die Therapie von Krankheiten mit Gen-Technik erläutert wird. In einem offenen Labor werden kleine Experimente vorgeführt - zum Beispiel werden Nukleinsäuren, also Genmaterial, aus Tomaten isoliert.

Facts: Was soll die Show bewirken?

Rusconi: Manche Leute sind überzeugt, dass Gene nur dort drin sind, wo wir sie künstlich eingeschleust haben. Dann kommen Sprüche wie: «Ich esse nur natürliche Tomaten, weil dort keine Gene drin sind.» Diesen Ansichten wollen wir ein bisschen entgegenwirken.

Facts: Haben Sie sich auf Kritiker vorbereitet?

Rusconi: Kritiker gibts bei jeder Neuerung. Bei uns sind alle zum Diskutieren willkommen. Besondere Foren haben wir aber nicht vorbereitet.

Facts: Rechnen Sie mit grossem Interesse?

Rusconi: Wir sind realistisch: Wenn nicht gerade eine Volksabstimmung ansteht, sind die Leute lange nicht so interessiert und neigen eher dazu, die Problematik zu verdrängen.


                                                                                                                                                                                               

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