Tage der Genforschung

Journée de la recherche en génétique

Das Medienecho - Berichte

Schweizer Fernsehen DRS, Freitag, 8. Juni 2001, Tagesschau 13.00 Uhr

Die Gentechnologie wird von Konsumentinnen und Konsumenten noch nicht so akzeptiert wie sie es verdient hätte, finden Industrie und Forschung. Darum gibt es bereits zum dritten Mal die Tage der Genforschung. Eine Aktion die den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördern und Vorurteile abbauen will. Dieses Jahr geschieht dies unter dem Motto "Gentechnik der Umwelt zuliebe".
Gegen schlechtes Wetter haben auch die Gentechniker noch kein Kraut gezüchtet, aber sonst haben Sie einiges zur Linderung der globalen Umweltprobleme zu bieten. Einige Projekte sind heute im Gendorf in der Berner Altstadt zu sehen. Resistente Pflanzen, kompostierbarer Plastik oder eine Hefe, die sich in schmutzigem Trinkwasser verfärbt.

Prof. Dr. Beda Stadler:
"Dieser Anlass findet jetzt zum dritten Mal statt. Wir hoffen, dass es wirklich eine Tradition gibt, und dass wir den Leuten zeigen können, dass wir keine bösen Absichten haben."
Davon sind nicht alle überzeugt. Die Botschaft der Aktivisten von Greenpeace: "Wir lassen uns von der Gentechlobby keinen Bären aufbinden".

Bruno Heinzer, Greenpeace:
"Wir protestieren hier gegen die völlig umzulässige Verharmlosung dieser Risiken durch die Gentechlobby und wir wollen, dass die in der nächten Woche zur Abstimmung kommende Genlex, ein Verbot von Freisetzung für genmanipulierte Organismen verankert wird."
Darum geht der Kampf. Denn erst in Feldversuchen können die Forscher beweisen, dass die Gentechnik tatsächlich das ökologische Potenzial hat, dass sie sich davon versprechen.


Schweizer Fernsehen DRS, Freitag, 8. Juni 2001, Tagesschau 19.30 Uhr

Auf dem Waisenhausplatz in Bern ist derzeit das Thema Gentechnik in aller Munde. Ein ganzes Gendorf lud heute das Publikum zum Besuch ein. Im Rahmen der 3. Tage der Genforschung zeigen dort Forscherinnen und Forscher von verschiedenen Universitätsinstituten Ihre Gentech-Umweltprojekte.
Ursula Hürzeler
Gegen schlechtes Wetter sind auch Gentechniker machtlos. Sonst aber haben sie einiges um die weltweiten Umweltprobleme zu lindern. Da gibt es die kompostierbare Shampooflasche, die Hefe, die sich in verschmutztem Trinkwasser verfärbt, oder den krankheitresistenten Mais. Alleine das Publikum bleibt doch eher skeptisch.

3 BesucherInnen:
"Ich traue dieser Sache nicht und wieso soll ich es kaufen, wenn ich auch natürliche Tomaten haben kann?"
"Bis heute ist es ja auch gegangen. Man weiss nicht genau, was für Auswirkungen es haben kann"
"Es ist so ein bisschen das Ungewisse, das man hat, aber mit der Forschung und in der Zukunft wird sich das ändern und wir werden mehr Gewissheit haben, und dann wird auch die Skepsis vielleicht verschwinden."

Der Dialog soll diese Ängste abbauen. Gerade auch bei Jugendlichen. Denn ohne Gentechnik, davon sind die Forscher überzeugt, sind die Bedürfnisse einer immer grösseren Weltbevölkerung nicht zu lösen.

Prof. Dr. Beda Stadler:
"Wenn die globale Erwärmung stimmt, brauchen wir neue Pflanzen. Und diesmal haben wir nicht hunderte von Jahren Zeit um neue Pflanzen zu machen. Diesmal muss es ruck-zuck gehen, sonst verhungern ein paar Leute mehr, als notwendig ist."

"Wir lassen und keinen Bären aufbinden" konterten die Aktivisten von Greenpeace. Sie wollen, anders als die Wissenschaftler, ein Moratorium für die Freisetzung von genveränderten Pflanzen. Nächste Woche entscheidet darüber der Ständerat.


MTW Sendung vom 14.06.2001 auf SF1: Bioplastik durch Bakterien hergestellt

Dieses flockige Pulver ist Bioplastik - hergestellt von Bakterien. Im Unterschied zu herkömmlichen Kunststoff ist Bioplastik ein reines Naturprodukt. In Gefässen mit Nährlösung gedeihen die Bakterien und speichern den wertvollen Plastik. Mikrobiologen der EAWAG und der ETH Zürich ist es nun gelungen dieses Produktionsverfahren entscheidend zu verbessern.
Manfred Zinn, EAWAG: "Das Spezielle an diesem Prozess ist, dass wir das Bakterium in so einen Wachstumszustand bringen, wo in der Zelle drin Bioplastik eingebaut wird. Und wir können genau durch die Wachstumsbedingung nachher die Zusammensetzung bestimmen, also weicheres, spröderes oder auch einfach verarbeitbares Material herstellen."
Täglich können die mit Plastik gefüllten Bakterien geerntet, abzentrifugiert und getrocknet werden. Ungefähr 60% des Trockengewichtes der Bakterien bestehen aus reinem Bioplastik. Nach der Reinigung liegt der massgeschneiderte Plastik in reiner Form vor. Er ist nicht nur bioverträglich sondern auch natürlich abbaubar. Bioplastik ist deshalb sowohl für medizinische Implantate wie auch für kompostierbare Getränkeflaschen geeignet.


TV3, Freitag, 8. Juni 2001, "News" 19.55 Uhr

Gentage in Bern - unter dem Motto "Gentechnik der Umwelt zuliebe" präsentieren Forscher ab heute zum dritten Mal ihre Gentech-Umweltprojekte. Mit dieser Ausstellung stiessen sie auf reges Interesse von Seiten der Bevölkerung. Die erhoffte Diskussion zum heiklen Thema fand statt, vielleicht sogar etwas intensiver als geplant.

"Achtung, hier wird genmanipuliert." Das ist die Warnung von Greenpeace, und gemeint ist damit das Gen-Dorf auf dem Berner Waisenhausplatz.Dort wird über wissenschaftliche Experimente der Gentechnik informiert, z. B. Golden Rice oder BT-Mais. Greenpeace nutzt den Anlass, einmal mehr über die Schattenseiten der Gentechnik zu informieren. Denn die Gentech-Lobby binde dem Volk einen Bären auf.

Bruno Heinzer, Greenpeace Schweiz: "Wir sind quasi als falsche Forscher verkleidet und binden den Passanten und Passantinnen einen Bären auf. Wir wollen damit zeigen, das im "Lü-Gen-Dorf" den Leuten von der Gentech-Lobby wirklich ein Bär aufgebunden wird, wenn behauptet wird, Gentechmais sei gut für die Umwelt und Gentechbier sei gut für die Gesundheit, etc."

Kurt Bodenmüller, Vereinigung "Gen-Suisse": "Das möchte ich zurückweisen, Lügen werden hier sicher keine erzählt. Das sind Leute von verschiedensten Forschungsinstituten, welche hier ihre Projekte vorstellen. Das sind wissenschaftliche Projekte, über die es auch Publikationen gibt, die müssen einen "Prereview-Prozess" durchlaufen, das heisst, sie werden von unabhängigen Wissenschaftlern begutachtet und von Lügen ist da keine Rede."

Noch 2 Wochen lang steht das Gen-Dorf für Informationen offen. Zeitpunkt und Ort der Gentechnik-Tage sind im Übrigen gut gewählt: Rein zufällig wird nächste Woche nur wenige hundert Meter von hier der Ständerat über das neue Gen-Gesetz abstimmen.


SDA, 8. Juni

Dritte "Tage der Genforschung" in Bern eröffnet
Forscher zeigen Gentech-Projekte im "Gen-Dorf

Bern (sda) Die dritten "Tage der Genforschung" sind am Freitag in Bern unter dem Motto "Gentechnik der Umwelt zuliebe" eröffnet worden. In einem "Gen-Dorf" auf dem Waisenhausplatz zeigten Forscher ihre Gentech-Umweltprojekte.

Wie verhält sich Bt-Mais gegenüber "normalem Mais? Diese und andere Fragen versuchten die Gen-Forscherinnen und -Forscher von verschiedenen Universitäts-Instituten im Gen-Dorf zu erklären. An verschiedenen Ständen wurden Gentech-Projekte vorgestellt.

Rund 20 Schulklassen und ihre Lehrer besuchten das Gen-Dorf am Freitag und nahmen die Ausstellung zum Anlass von Gruppenarbeiten. Aber auch bei den Passanten stiess das Zelt auf dem Waisenhauplatz auf reges Interesse.

Greenpeace-Protest

Rund 20 Greenpeace-Aktivisten protestierten mit einer Gegen-Aktion gegen die Gen-Forschung. Rund um das Gen-Dorf sprayten sie Slogans wie "Achtung Lügendorf" und "Achtung - hier wird genmanipuliert" auf den Boden. Unter dem Motto "lasst euch keinen Bären aufbinden" verteilten sie Plüschbären an die Passanten.

Nach der Eröffnung der Gen-Tage in Bern finden dieser Tage weitere Publikumsveranstaltungen statt. In Genf (am 9. Juni), Basel (13. Juni), Lausanne
(13. bis 15. Juni) und Zürich (15. Juni) öffnen Forschungsinstitute ihre Labortüren für die Öffentlichkeit.


                                                                                                                                                                                               

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